Kissenschlacht

Ich glaub,
ich lieg mit
Patrice im Bett

Weltweit erfolgreiche Musiker wie Patrice haben ständig Stress. Sein Rezept dagegen: Beten. Warum er sich aber nicht als religiös bezeichnet und sein Mathe-Abi vergeigt hat? SPIESSER-Autorin Laura hat das in einer intimen Kissenschlacht herausgefunden.

06. Dezember 2016 - 15:48
SPIESSER-AutorIn DieLaura.
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DieLaura Offline
Beigetreten: 27.10.2016

Patrice, was habe ich da gehört: Du gehst zum Singen gerne in den Schrank?

Patrice: Ja! Ich habe bei diesem Album mein Studio im Rucksack mitgenommen. Manchmal klingen Räume nicht so gut und deswegen habe ich aus dem Kleiderschrank in meinem Schlafzimmer in New York ein Vocal Booth gebaut. So konnte ich immer, wenn ich eine Idee hatte, aufstehen und direkt einsingen.

Dein neues Album heißt „Life‘s Blood“. Wieso dieser Titel?

Wasser ist unser Lebensmittel Nummer eins. Es ist das Wertvollste, was wir haben. Deswegen habe ich das als Metapher dafür genutzt, was mir selbst Leben schenkt: Wofür ich lebe, wofür ich brenne und was mich aufleben lässt. Mein Lebenselixier sozusagen.

Was wäre eigentlich dein Plan B gewesen zur Musik? Ich meine, du hast ein gutes Abi gemacht, obwohl du als Schüler sogar mal vom Internat geflogen bist.

Ich hätte ein sehr gutes Abi gemacht, wäre da nicht Mathe gewesen. Ich hatte Mathe mündlich: Kurvendiagramme. Und das ist das Einzige, wofür ich nicht gelernt hatte. Deswegen habe ich das Blatt leer abgegeben.

Aber war für dich immer klar, dass du Musiker wirst?

Ja, weil ich da schon eine Platte draußen hatte. Ich habe das Abi nebenbei und eher für meine Eltern gemacht. Mein Vater ist früh gestorben. Er war sehr akademisch und es war sein letzter Wunsch, dass ich das Abitur hinkriege.

Patrice
Patrice macht schon seit seiner Jugend Musik: Sein erstes Album veröffentlichte der heute 37-jährige im zarten Alter von 18. Die Liebe zum Reggae hat er von seinem großen Idol Bob Marley. Heute füllt er Konzerthallen auf der ganzen Welt. Um dem Stress Herr zu werden, betet Patrice hin und wieder. Sein mittlerweile zehntes Studioalbum mit dem Titel „Life´s Blood“ erschien Ende September.
Lass uns mal beim Thema Kindheit bleiben: Du warst mal Messdiener, oder?

Oha, da ist jemand richtig gut informiert. (lacht)

Na klar, ich will ja wissen, mit wem ich hier ins Bett steige. Bist du denn sehr katholisch aufgewachsen?

Ja, ich bin in einem Kölner Vorort aufgewachsen und da waren alle katholisch. Und man ging da brav zur Messe. Ich weiß nicht, wie viel davon übrig geblieben ist, aber es war meine erste Auseinandersetzung mit dem Thema Religion und dem „Überirdischen“. Später hab ich dann mein eigenes Ding daraus entwickelt.

Wie meinst du das?

Ich bin heute nicht mehr religiös. Religion lenkt oft vom Wesentlichen ab.

Und inwiefern würdest du dich als gläubig bezeichnen?

Spirituell, ja. Ich glaube, dass wir Teil von allem sind. Ich glaube auch, dass in der Kommunikation vieles über Vibes und Spirit passiert. Das gehört für mich zum Spirituellen.

Betest du auch?

Ich habe wieder angefangen. Ich hatte davon eine Zeit lang Abstand genommen. Ich glaube, dass Religion ein sehr persönliches Ding ist. Ich finde das total intim und tue das nur, um mich zu kalibrieren. Ich war lange Zeit von Religion abgeturnt.

Gab es denn irgendeinen Auslöser, dass du dich dem wieder geöffnet hast?

Ich habe einfach gemerkt, dass das für mich wichtig ist, um mich auszurichten. Vor allem wenn es so extrem stressig wird. Mich hat abgeturnt, dass man nur betet, wenn man etwas will. Oder wenn man Angst hat. Und ich dachte mir so: Das kann es doch nicht sein. Die meisten Gebete sind voll egoistisch.

Dein Vater starb bei einem Bootsunglück, als du elf Jahre alt warst. Hast du da im Glauben Halt gefunden?

Ich hab da schon an mein eigenes Ding geglaubt. Was mir viel Halt gegeben hat, ist die Musik, vor allem Bob Marley.

Patrice, du hast mal gesagt: „Mit dem Tod ist nicht alles vorbei“. Wie meinst du das? Glaubst du an Wiedergeburt?

Ich glaube, es gibt viele Sachen, die wir nicht verstehen können. Aber ich glaube, aufgrund der Tatsache, dass es „etwas“ gibt, kann es nicht „nichts“ geben. Deswegen glaube ich nicht an den Tod.

Kuschelzeit
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Interview: Laura Díaz
Fotos: Jakub Kaliszewski
Video: Alexander Spelsberg

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